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Starterlaubnis für Flughafen Twente

Donnerstag, 17. Juni 2010

Provinzparlament Overijssel stimmt abgespeckten Plänen zu

Das Parlament der Provinz Overijssel hat sich gestern Abend in Zwolle für den Start des Flughafens Twente ausgesprochen. Nachdem die Politiker die Pläne vor einem halben Jahr noch abgelehnt hatten, zeigten sich nun 28 von 45 Abgeordneten mit dem überarbeiteten Konzept einverstanden.

ab/dpa Zwolle. Die Weichen für den Start des Flughafens Twente sind gestellt. Die Abgeordneten des Provinzparlaments in Zwolle sprachen sich am späten Abend mehrheitlich für die überarbeiteten Pläne zum Ausbau und Betrieb des früheren Militärflughafens aus. 28 von 45 Politikern stimmten dafür.

Die Abgeordneten hatten die ursprünglichen Pläne im Dezember mit einer knappen Mehrheit gekippt und eine Überarbeitung verlangt. „Wir waren nicht prinzipiell gegen den Flughafen, aber es gab viele Unbekannte“, sagte Wim Dalhuisen, Vorsitzender der sozialdemokratischen PvdA-Fraktion. Diese Unklarheiten, die unter anderem die Größe der Lärmschutzzone betrafen, seien nun ausgeräumt, sagte er gestern. Von den neun PvdA-Abgeordneten stimmten fünf für die Pläne und schlossen sich der Meinung der christdemokratischen CDA (17 Sitze) und der liberalen VVD (6 Sitze) an.

CDA-Fraktionssekretär Martin Reesink sagte, dass der geplante Flughafen die wirtschaftliche Struktur der Twente stärken werde. Er erwarte eine Vielzahl an Arbeitsplätzen – und zwar nicht erst 2030, sondern schon 2015. „Der Flughafen Twente soll der grünste Flughafen Europas werden“, sagte Reesink. Der Deputierte der Provinz Overijssel, Theo Rietkerk (CDA), sprach gestern von bis zu 2150 Arbeitsplätzen.

Wenn nun auch der Staat grünes Licht gibt, soll ein Investor gefunden werden. Staatliche Subventionen sind nicht vorgesehen. In Deutschland stößt das Projekt wegen seiner Nähe zum Flughafen Münster/Osnabrück und des befürchteten Fluglärms auf Kritik.

Nach Angaben der Flughafenplaner gibt es mehrere Interessenten am Betrieb des Flughafens, Namen wurden bisher nicht genannt. An die Öffentlichkeit trat die türkische Investorengruppe YDA, die zwei Flughäfen in der Türkei besitzt und an drei weiteren beteiligt ist. „Wir wollen zunächst 200 bis 250 Millionen Euro investieren, sagte YDA-Chef Hüseyin Arslan.

Bedingung sei aber, dass der Staat dafür sorge, dass ein Teil des Charterflugverkehrs von Schiphol nach Enschede verlagert werde: „Ohne diese Garantie gibt kein Investor dem Flughafen eine Chance.“ Außerdem soll es Steuervergünstigungen für ab Enschede startende Airlines geben.

Vor wenigen Tagen vereinbarten Provinz und Stadt Enschede die Übernahme des Flughafengeländes vom Staat für knapp 30 Millionen Euro. Unterdessen kündigte die Luftwaffe an, ihren ehemaligen Stützpunkt bei einem Weiterbetrieb als Zivilflughafen erneut gelegentlich nutzen zu wollen.

 

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