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„Alter Wein in neuen Schläuchen“

Donnerstag, 10. Juni 2010

Twente Airport: Initiative wirbt in der Grafschaft um Spenden für Gutachten

gd nordhorn/enschede. Kurz vor der entscheidenden Abstimmung im Provinzparlament von Zwolle macht die „Bürgerinitiative gegen den Flughafen Twente“ noch einmal mobil. Um Alternativen zu den bislang vorliegenden Plänen der Niederländer auf den Tisch legen zu können, soll eine Untersuchung her, die mögliche Alternativen der Geländenutzung des ehemaligen Militärflughafens aufzeigt. Dazu wird allerdings Geld benötigt.

Zur Vorgeschichte: Im Dezember des vergangenen Jahres hatten die „Flughafengegner“ nach eigener Einschätzung einen Meilenstein in ihren Bemühungen erreicht, als das Provinzparlament in Zwolle überraschend „die Strukturvision B“ ablehnte – und damit eine Wiedereröffnung des Militärflughafens als zivilen Airport. Dies führte im niederländischen Grenzgebiet zu erheblichen politischen Turbulenzen und in der Folge zum Bruch der Mehrheitskoalition (die GN berichteten mehrfach).

Inzwischen haben sich die Wogen wieder geglättet. Im April dieses Jahres präsentierten die Befürworter eine abgespeckte Version ihrer Pläne, die dennoch hochfliegend bleiben und einen Flughafenbetrieb auf dem Gelände vor den Toren von Enschede favorisieren.

Darauf reagieren nun auch die Flughafengegner in der Grafschaft. Die BI gegen den Twente-Airport bemängelt, dass „keinerlei Anregungen, die alternative Entwicklungen mit einschließen“, berücksichtigt worden seien. Die nun vorgelegt „Vision“ sei „Alter Wein in neuen Schläuchen“ und müsse „weiterhin unsere strikte Ablehnung finden“.

Aus Sicht der Bürgerinitiative steht die Zukunft unserer Region auf dem Spiel. Ihr Sprecher Hans Lindemann aus Nordhorn kündigte gestern gegenüber den GN an, die Initiative der niederländischen Bürgerinitiative VOLT zu unterstützen. VOLT fordert eine vergleichende Untersuchung der „alten Strukturvision B“ und der „neuen Vision“ mit dem Schwerpunkt auf der Anzahl der Passagiere und dem dafür möglichen Marktpotential. Die Studie soll in den Niederlanden in Auftrag gegeben und von SEO (seo economisch onderzoek www.seo.nl) durchgeführt werden.

Vor der Abstimmung im Provinzparlament in Zwolle am 16. Juni sollen die Ergebnisse der Untersuchung den verantwortlichen Politikern präsentiert werden. Lindemann: „Dafür brauchen wir Geld.“ Mehr als die Hälfte der nötigen 12000 Euro sind nach seinen Angaben bereits gesammelt worden. Die BI hat dazu etwa 250 Unternehmen, Firmen und Einzelpersonen mit einem Spendenaufruf angeschrieben und hofft auf weitere tatkräftige Unterstützung „im Interesse aller Grafschafter Bürger“.

Aus Sicht der Bürgerinitiative sieht das so aus: „Wenn nur jeder, der die Protestaktion im September 2009 unterschrieben hat, einen Euro spendet, dann wäre der Betrag schon zusammen.“ Bankverbindung: BI gegen Flughafen Twente Kontonummer: 151045150, BLZ: 26750001 (Kreissparkasse Grafschaft Bentheim).

Für die Sitzung des Statenparlaments Overijssel in Zwolle am kommenden Mittwoch fordert die Grafschafter Initiative dazu auf, Präsenz zu zeigen: „Mitfahrgelegenheiten sollten geschaffen und genutzt werden.“

Folgende Kontaktadressen werden dazu angeben: Hans Lindemann, BI gegen Flughafen Twente, Engdener Str. 17, Nordhorn, Telefon (05921) 2443. Carin Stader-Deters, Wasserwerkstraße 7, Bad Bentheim, Telefon: (05924) 5453.

 

Grafschafter Nachrichten Die Veröffentlichung des Artikels erfolgt mit
freundlicher Genehmigung der Grafschafter Nachrichten.